Schüler Union: Lehrerausbildung ist mangelhaft

Foto: dpa
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Berlin. Die Schüler Union Deutschlands (SU) sieht bei der Ausbildung der deutschen Lehrer noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. „Nichts hat größeren Einfluss auf die Qualität von Bildung als die Eignung der Lehrer“, erklärt der Bundesvorsitzende Lutz Kiesewetter. Gute Lehrer sind nach Ansicht der Schüler Union wichtiger als die ständig diskutierte Reform von Schulstrukturen.

„Die aktuelle Lehrerausbildung ist zwar vom akademischen Niveau hoch, aber die Lehrer werden nur unzureichend auf ihre spätere Lehrtätigkeit vorbereitet“, so Kiesewetter. Nach Ansicht der Schüler Union kommen insbesondere die pädagogische Ausbildung und der Praxisbezug deutlich zu kurz. Dies wird auch durch die neue Studie der Vodafone-Stiftung bestätigt.

„Es macht keinen Sinn, Lehrer auszubilden, die später nicht in der Lage sind, vor der Klasse zu unterrichten. Viele stellen sich den Lehrerberuf völlig realitätsfern vor. Wir fordern deshalb, dass jeder Lehramtsstudent im dritten Semester ein Pflichtpraktikum in einer Schule absolvieren muss“, so Kiesewetter. Nur so könne gewährleistet werden, dass Lehrer frühzeitig praktische Erfahrungen sammeln und entscheiden können, ob der Lehrerberuf das Richtige für sie sei.

„Darüber hinaus müssen einige Länder erhebliche Anstrengungen gegen den Stundenausfall unternehmen“, so Kiesewetter. Laut dem  Deutschen Philologenverband fallen jede Woche über eine Millionen Stunden aus. „Es darf nicht sein, dass Unterricht nicht gehalten werden kann, weil die Lehrer fehlen“, so Kiesewetter. Eine Lehrerversorgung von über 100% sei in allen Ländern notwendig, um dem flächendeckenden Stundenausfall entgegenzuwirken.  

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