Schüler Union fordert Reform der Landesschülervertretungen

Südwestkonferenz berät über zukünftige Struktur der Schülervertretung

Foto: Peter Kirchhoff, aboutpixel.de
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Stuttgart. Die Schüler Union hat auf ihrer traditionellen Südwestkonferenz dem bisherigen Schülervertretungssystem eine klare Absage erteilt. „Wir brauchen eine Reform des aktuell intransparenten, undemokratischen und ineffizienten Systems“, so der Bundesvorsitzende Lutz Kiesewetter. Nach Ansicht der Schülerunionisten sollen Schülervertreter zukünftig durch Direktwahlen bestimmt werden.

 

Die Teilnehmer aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz waren sich einig, dass es einer grundlegenden Reform in allen Ländern bedarf. Im Vordergrund des Konzepts steht die parlamentarische Gestaltung der Stadt- und Kreisschülerräte sowie des Landesschülerrates. Durch eine demokratische Diskussionskultur und eine gerechtere Repräsentation der Schülerinteressen sollen zukünftig alle Schüler ihre Vertreter in Stadt-, Kreis-, und Landesschülervertretung wählen können. Dadurch würde das verschachtelte Rätesystem abgelöst werden, bei dem der einzelne Schüler nahezu keinen Einfluss auf die Wahl seiner Vertreter in die jeweiligen Gremien hat. So wird die Arbeit der Schülervertretung bekannter, transparenter und durch die zu vertretenden Schüler legitimiert. Um die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Schülervertretung zu garantieren, fordert die Schüler Union auch die Abschaffung der Verbindungslehrkräfte auf Stadt-, Kreis- und Landesebene. Die durch uneingeschränkte Unterrichtsverpflichtung der Verbindungslehrkräfte eingesparten Mittel ermöglichen die Finanzierung der Reform.

Die Schüler Union wählte Stuttgart bewusst als Tagungsort bei diesem Thema aus. „Die Volksvertreter kritisieren zwar immer die Politikverdrossenheit bei jungen Menschen, aber reformieren nicht Systeme, die genau dazu beitragen. Wenn Schüler bereits so früh das Gefühl haben, dass ihre Stimme nicht gehört und ihre Interessen nicht vertreten werden, ist die aktuelle Entwicklung nicht verwunderlich“, so Kiesewetter. Die Problematik um Stuttgart21 war nach Ansicht der Schüler Union auch ein Ergebnis von Politikverdrossenheit. „Wir müssen Kinder und Jugendliche bereits in der Schule an Demokratie heranführen und teilhaben lassen, damit sich ihr späteres politisches Engagement nicht auf Sitzblockaden und Steineschmeißen beschränkt“, erklärt Kiesewetter.

„Nur durch eine Reform lässt sich innerhalb der Schülervertretung die erforderliche Transparenz garantieren. Bislang kennt der Durchschnittsschüler seine Vertreter auf Stadt-, Kreis- und Landesebene nicht. Diese Situation muss schnellstmöglich verbessert werden. Schule hat heute unter anderem die wichtige Aufgabe, das Demokratiebewusstsein junger Menschen zu formen. Daher muss gerade die Arbeit der Schülervertretung auf einer demokratischen Basis aufbauen und darf nicht die Schüler von der Mitbestimmung ausschließen“, so Kiesewetter abschließend.

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