Schüler Union: Designierter KMK-Präsident Dorgerloh versteckt sich hinter Worthülsen

Foto: Schüler Union Deutschlands
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Berlin. Im Zuge der turnusgemäßen Übergabe der Amtsgeschäfte des Präsidenten der Kultusministerkonferenz (KMK) fordert die Schüler Union Deutschlands (SU) den Kultusminister aus Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh (SPD), zu klaren Zielsetzungen auf.

 

Der künftige KMK-Präsident, Stephan Dorgerloh, setzt seine Schwerpunkte in der Bildungspolitik für seine kommende Amtszeit als Präsident der Kultusministerkonferenz vor allem bei Inklusion, lebenslangem Lernen und Bildungsgerechtigkeit. „Das sind auch für uns Schüler sehr wichtige Themen. Wir vermissen allerdings klare Zielsetzungen hinter Dorgerlohs Worthülsen“, erklärt der SU-Bundesvorsitzende Leopold Born.

Höchste Priorität hat für die Schüler Union nach wie vor die bundesweite Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Neben den Abiturstandards in den Kernfächern (Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch) fordert die SU, diese Standards für alle Fächer und Schulformen durchzusetzen. Nach dem Vorstoß aus Bayern, Niedersachsen und Sachsen zur Einigung auf einen Bildungsstaatsvertrag fordern wir von Stephan Dorgerloh ein klares Bekenntnis zu diesem Vorhaben.

„Ohne einen gemeinsamen Korrekturrahmen schaffen gemeinsame Aufgaben keine Vergleichbarkeit. Das Leistungsgefälle von Bremen nach Bayern ist nicht länger hinzunehmen. Hier müssen den Worten Taten folgen – dafür war die KMK bisher nicht bekannt“, kritisiert Born.

Die größte politische Schülerorganisation warnt außerdem davor, die Debatte um Inklusion auf dem Rücken der Schüler auszutragen. Inklusion in Regelschulen ist nur umsetzbar, wenn ausreichend Sonderpädagogen eingesetzt werden. Hier sieht die Schüler Union Nachbesserungsbedarf, um Schülern mit Handicap die Partizipation und Integration zu ermöglichen. Ohne eine weitergehende Unterstützung von Sonderpädagogen kann Inklusion nicht gelingen, denn so wird der Lernerfolg für alle Schüler leiden. Für jeden Schüler müssen individuelle Lösungen gefunden werden.

Im Zuge dieser Problematik setzt sich die Schüler Union für den weiteren Ausbau der Förderschulen ein, in deren Einrichtungen ein differenzierter Unterricht und eine behindertengerechte Betreuung durch erstklassig ausgebildete sowie im Umgang mit unterschiedlichen Behinderungsformen geschulte Lehrkräfte erfolgt.

„Es müssen beide Möglichkeiten gegeben sein – im Einzelfall muss entschieden werden, ob der Besuch einer Förder- oder Regelschule für den Schüler sinnvoller ist! Die Diskussion um Inklusion darf nicht Opfer ideologischer Gleichmacherei werden“, stellt Born klar.

Auch Dorgerlohs Definition von Bildungsgerechtigkeit stößt bei der Schüler Union auf Ablehnung. „Bildungsgerechtigkeit wird durch Einführung einer Gemeinschaftsschule nicht erreicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Eine Schulstrukturdebatte hat in der KMK nichts zu suchen“, macht Leopold Born deutlich.

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