Schüler Union: Weiterer wichtiger Schritt zu vergleichbaren Abiturprüfungen

KMK darf sich nicht auf das Abitur beschränken!

Foto: Peter Kirchhoff, aboutpixel.de
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Zu den Beschlüssen der 342. Kultusministerkonferenz (KMK), die am 20. und 21. Juni 2013 in der Lutherstadt Wittenberg tagte, erklärt der Bundesvorsitzende der Schüler Union Deutschlands, Leopold Born:

„Wir begrüßen ausdrücklich die Entscheidung aller 16 Kultusminister der Länder ab 2016 die Abiturprüfungen durch die Einführung eines gemeinsamen Aufgabenpools für die Fächer Deutsch, Mathematik, die fortgeführten Fremdsprachen Englisch und Französisch vergleichbarer zu machen. Die Umsetzung der bundesweiten gemeinsamen Bildungsstandards bildet die Basis zur Qualitätssicherung und Vergleichbarkeit der Allgemeinen Hochschulreife im ganzen Bundesgebiet. Mit einem solchen, im Grunde längst überfälligem Schritt der KMK, wird endlich eine der Kernforderungen der Schüler Union Deutschlands umgesetzt. Denn das Abitur in Hamburg muss bspw. genauso viel Wert sein wie das sächsische Abitur.

Die bisherigen Beschlüsse sind aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wir fordern die Kultusministerkonferenz und ihren Präsidenten, den sachsen-anhaltinischen Kultusminister Dorgerloh, auf, schnellstmöglich verbindliche Regelungen für einen gemeinsamen Korrekturrahmen zu finden. Gemeinsame Standards ohne gemeinsame Korrekturrichtlinien bringen keinen Mehrwert.

Höchste Priorität hat für uns nach wie vor die bundesweite Vergleichbarkeit aller Abschlüsse. Die Kultusministerkonferenz darf sich bei ihren Beschlüssen nicht nur auf das Abitur beschränken. Daher brauchen wir neben den Abiturstandards in den Kernfächern (Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch) diese Standards für alle Fächer und Schulformen. Der Vorstoß aus Bayern, Niedersachsen und Sachsen zur Einigung auf einen Bildungsstaatsvertrag ist ausdrücklich zu begrüßen. Wir fordern ein klares Bekenntnis zu diesem Vorhaben. Ziel aller Bildungspolitiker muss bundesweite Vergleichbarkeit und Chancengerechtigkeit sein.

Zu Beginn der Woche fand in Berlin eine von der KMK mitinitiierte „Nationale Konferenz zur Inklusion“, das bekanntermaßen das Schwerpunktthema in der Präsidentschaft des aktuellen KMK-Präsidenten Dorgerloh bildet, unter dessen Teilnahme statt. Inklusion ist unstrittig eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Wir appellieren deshalb an Minister Dorgerloh nicht überstürzt zu handeln. Inklusion darf nicht um jeden Preis erzwungen werden. Politische Entscheidungen müssen sich ausnahmslos am Wohl der Kinder und nicht an ideologischen Überzeugungen orientieren. Ebenso gilt es den Willen der Eltern und die Meinungen der Lehrerinnen und Lehrer vor Ort zu berücksichtigen und zu respektieren.

Die Berechnungen der Kultusministerkonferenz zum Lehrereinstellungsbedarf und Lehrereinstellungsangebot in der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 2012 bis 2025 zeigt eines ganz deutlich: Lehrerausbildung muss bedarfsgerecht erfolgen! Insgesamt betrachtet stehen zwar genügend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung, aber fachspezifisch und nach Lehramtstyp gibt es teilweise erhebliche Missstände in der Besetzung von Lehrerstellen. Hinzu kommen regionale Ungleichgewichte in der Verteilung, sodass in betroffenen Gebieten ein deutlicher Lehrermangel besteht. Die Kultusminister müssen sich dringend auf ein Konzept zur bedarfsgerechten und an den Realitäten orientierte Lehrerausbildung verständigen! Das ein absehbarer Mangel an Lehrkräften in bestimmten Bereichen erkannt, aber keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, ist ein Armutszeugnis! Wir fordern eine leistungsorientierte Lehrervergütung, um den Beruf des Lehrers attraktiver und dessen Vergütung gerechter zu gestalten.“

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