Die Universitäten in Deutschland sind nicht für jeden geeignet – und daran ist auch wirklich nichts verwerflich. In Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und weiteren anderen, wo man jahrelang eine rotgrüne Bildungspolitik verfolgte, wurde ein verheerender Fehler begangen:

Ein bildungspolitischer Kommentar von Leontij Potupin (Schüler Union Düsseldorf)

Das Abitur wurde systematisch vereinfacht. Hinzu kommt eine Noteninflation, wodurch das Abitur an Wert verloren hat und die falschen wissentlichen Voraussetzungen für das Studium geschaffen wurden. Dadurch sollte eigentlich allen Schülerinnen und Schülern ein Zugang zu universitärer Bildung ermöglicht werden. Jedoch sollte das Studium niemandem auf- gezwungen werden. So schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 1.6.2017 in dem Artikel „Fast jeder Dritte bricht sein Studium ab“, dass 43 Prozent der Abbrecher eine Berufsausbildung aufgenommen haben und 31 Prozent nach einem halben Jahr erwerbstätig sind. Das zeigt klar, dass die akademischen Herausforderungen nicht für alle zu leisten sind und wie groß das Problem des Studienabbruchs mittlerweile geworden ist.
Der soziale Druck, um jeden Preis das Abitur und ein abgeschlossenes Studium zu haben, nimmt stetig zu. Doch es geht auch anders. Gleichzeitig suchen Betriebe händeringend nach qualifizierten Ausbildungskräften. Laut IHK könnten 1,6 Millionen Stellen längerfristig nicht besetzt werden – es herrscht ein akuter Fachkräftemangel. Mittlerweile wird laut über ein Einwanderungsgesetz nachgedacht, um den Bedarf mit ausländischen Fachkräften zu decken, was durchaus eine sinnvolle Maßnahme für die deutsche Wirtschaft sein kann. Trotzdem sollten wir erst einmal an die Jugendlichen denken, die ihre berufliche Orientierung gerade vor sich haben. Das Problem, das auch viele Mittelständler aufzeigen, ist, dass das Image des Handwerks in der letzten Zeit schlechter geworden ist. Da müssen wir dagegen halten und die Vorteile der dualen Ausbildung in Deutschland betonen. In anderen Ländern werden wir um unser Ausbil- dungssystem beneidet, das den Azubis neben theoretischer Bildung auch hervorragende prak- tische Kenntnisse vermittelt. Die Karriereoptio- nen sind auch nicht zu vernachlässigen: So man- cher selbstständiger Meister verdient doppelt und dreifach von dem, was ein Akademiker nach seinem Studium als Gehalt bezieht.
Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass beson- ders wir als Schüler Union uns für die Stärkung der individuellen Fähigkeiten und Begabungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland einsetzen und uns gegen linke Gleichmacherei aussprechen. Attraktive Ausbildungsplätze, duales Studium und vernünftige Zulassungsbedingungen sind die richtigen Antworten für unser Bildungssystem, unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft.

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